Eine Klimaanlage kann nicht nur kühlen, sondern auch heizen. Und das oft effizienter als eine herkömmliche Heizung. Wir erklären, wie das funktioniert und wann es sich lohnt.
Das Prinzip: Wärmepumpe in der Klimaanlage
Eine reversible Klimaanlage arbeitet nach dem Wärmepumpenprinzip: Sie entzieht der Luft Wärme und gibt sie an einen anderen Ort ab. Beim Kühlen wird Wärme aus dem Innenraum nach draußen transportiert. Beim Heizen wird der Vorgang umgekehrt: Die Klimaanlage entzieht der Außenluft Wärme und gibt sie in den Innenraum ab. Dasselbe Prinzip wie bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, nur dass die Wärme direkt als warme Luft abgegeben wird.
Wie effizient ist Heizen mit Klimaanlage?
Eine moderne Klimaanlage erreicht eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3 bis 5. Das bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3 bis 5 kWh Wärme. Eine direkte elektrische Heizung macht aus 1 kWh Strom nur 1 kWh Wärme. Die Klimaanlage ist also 3- bis 5-mal effizienter.
Vergleich mit anderen Heizsystemen:
- Gasheizung: ca. 0,9 kWh Wärme pro kWh Gas (Brennwert)
- Direkte elektrische Heizung: 1 kWh Wärme pro kWh Strom
- Klimaanlage (Heizbetrieb): 3 bis 5 kWh Wärme pro kWh Strom
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: 3 bis 4,5 kWh Wärme pro kWh Strom
Eine Klimaanlage mit Heizfunktion ist selbst eine Wärmepumpe. Für den Kostenvergleich mit Gas müssen neben der Effizienz auch Strom- und Gaspreise berücksichtigt werden.
Bis welche Außentemperatur funktioniert das?
Die zulässige Außentemperatur und Heizleistung sind modellabhängig. Bei Kälte können Leistung und Effizienz sinken; auch Abtauphasen zählen. Für die Auslegung sind Heizlast und Leistungsdaten bei der örtlichen Auslegungstemperatur entscheidend. Eine Jahresarbeitszahl beschreibt ein ganzes Jahr, keinen einzelnen Temperaturpunkt.
Für das Grazer Klima arbeitet eine Klimaanlage in Übergangszeiten (Oktober, November, März, April) besonders effizient. Als alleinige Heizung eines ganzen Hauses ist sie meist nicht geeignet: Sie wärmt zwar die Raumluft effizient, bereitet aber kein Warmwasser auf und ist auf den jeweiligen Raum begrenzt. Für gut isolierte Gebäude, als Ergänzung zur bestehenden Heizung oder als Übergangslösung ist sie eine wirtschaftliche Option.
Kombination mit Photovoltaik
Wer eine Photovoltaik-Anlage hat, kann die Klimaanlage im Winter mit eigenem Strom betreiben. An sonnigen Wintertagen produziert die PV-Anlage Strom, und die Klimaanlage nutzt ihn zum Heizen mit einem COP von 3 bis 4. Das bedeutet: Sie heizen mit Sonnenstrom, den Sie sonst ins Netz einspeisen würden. Eine wirtschaftlich sehr sinnvolle Kombination.
Wann lohnt sich eine Klimaanlage als Heizung?
- Als Übergangsheizung: Im Herbst und Frühling, wenn die Hauptheizung noch nicht oder nicht mehr läuft.
- In gut isolierten Gebäuden: Bei niedrigem Heizbedarf kann die Klimaanlage die Hauptheizung ersetzen.
- In Kombination mit Photovoltaik: Wenn Sie eigenen Strom haben.
- Als Backup: Zusätzlich zu einer Wärmepumpe oder Gasheizung.
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